Internet Basics (6): Der Browser – Das Tor zum Internet

Der Browser ist das Programm, das jeder nutzt, aber fast keiner beim Namen kennt. Viele denken, Google sei ihr Browser. Zeit, diesem Mythos ein Ende zu setzen

Wenn man vom Browser spricht, ist meist die Rede von einem Webbrowser. Dieser ist ein Computerprogramm, das Websites und das darin enthaltene HTML, CSS und JavaScript im Internet abruft, auf einem Bildschirm anzeigt und mit dem man sich mit Links von Website zu Website hangeln kann.

Grafische Browser sind am weitesten verbreitet, das bedeutet sie zeigen die Website auf einem Bildschirm an. Diese Browser können Bilder, Filme oder Töne überwiegend selbst anzeigen oder benutzen dazu sogenannte Plug-ins von Drittanbietern, die es ihnen ermöglichen, viele weitere Inhalte darzustellen.

Grafische Browser, die jeder kennt sind Google Chrome, Firefox oder der Internet Explorer.

Geschichte des Browsers

Der allererste Browser namens „Nexus“ wurde von Tim Berners-Lee Anfang 1990 zusammen mit dem Entwickeln des WWW geschrieben. Dem grafischen Browser „Mosaic“ gelang 1993 der Durchbruch und er wurde zum Marktstandard. Anfangs funktionierte er nur auf dem Betriebssystem Linux, wurde aber schnell auch für Apple-Macintosh und Windows-Geräten zur Verfügung gestellt.

Zuvor wurde das Internet vor allem von Wissenschaftlern und wissenschaftlichen Einrichtungen verwendet. Mosaic als grafischer Browser ermöglichte jedoch auch aufwendigere Websites und so wurden immer mehr Benutzer auch außerhalb des Wissenschaftsbereich auf das World Wide Web aufmerksam. Ein Jahr nach der Veröffentlichung von Mosaic gründeten die Entwickler die Firma Netscape Communications Corporation. Gemeinsam entwickelten sie einen neuen Browser, den Netscape-Navigator.

Microsoft wurde durch den Durchbruch dieses Browsers und den Aufstieg des Konkurrenten Netscape achtsam und veröffentlichte 1996 seinen eigenen Browser, den Internet Explorer, der ab sofort auf allen Geräten mit dem Windows Betriebssystem von Microsoft vorinstalliert war. Das Internet war nun leicht zugänglich auch für Nutzer mit wenig technischem Verständnis, der Grundstein für die globale Verbreitung des Internets auch abseits des Wissenschaftsbereich war gelegt.

Browserkrieg und seine Auswirkungen bis heute


Leider ließen Probleme nicht lange auf sich warten. Microsoft wurde von Netscape vorgeworfen, seine markführende Stellung mit dem Betriebssystem Windows auszunützen, damit der von Microsoft entwickelte Browser den Netscape Navigator verdrängen kann. In der Tat hatte Netscape bis zum Jahr 1998 einen großen Anteil am Markt an Microsoft abgeben müssen.

Beide Anbieter wollten den eigenen Browser mit Funktionen aufwerten, den der jeweils andere nicht hatte. Das resultierte für den Endbenutzer in einer verzwickten Situation, denn je nachdem, welchen Browser er verwendete, konnten Teile einer Seite bis hin zu der gesamten Website nicht oder nicht richtig dargestellt werden.

Damit eine schlechte Darstellung auf beiden Browsern nicht eintrat, mussten Webentwickler oft zwei Versionen einer Website schreiben. Microsofts Browser erreichte trotz andauernden Protestes von der Konkurrenz bis 2005 einen Anteil von über 90 %. Auf der anderen Seite legte Netscape den Quellcode für ihren Browser offen. Daraus entstand danach der Open-Source-Browser Mozilla Firefox, der bis heute als stärkster Gegenpol zu den Konzern-Browsern Google Chrome oder Internet Explorer gesehen werden kann.

Firefox konnte vor allem mit den Aspekten Sicherheit und Privatsphäre punkten, was ihm bis heute zu einem Marktanteil von 11,23 % verholfen hat. Microsoft verlor mehr und mehr Marktanteile mit dem Internet Explorer, auch die Vorinstallation des neuen Browsers „Edge“ auf Computern mit Windows 10 brachte nicht die erwarteten Resultate. Doch für den generellen Niedergang vieler Browser gibt es vor allem einen Verantwortlichen: Das Suchmaschinenmonopol Google in Verbindung mit seinem Browser Google Chrome (Quelle: Our World in Data)

Wenn man jemanden fragt, welchen Browser er benützt, kommt oft als Antwort: “Na Google!”. Das Problem ist nur, dass Google kein Browser ist.

Die dahinterliegende Tragik ist, dass viele Menschen nicht zwischen einem Browser und einer Suchmaschine wie Google unterscheiden können.

-Der Browser ist ein Programm, dass Webseiten darstellt. Suchmaschinen wie Google SIND NUR EINE von milliarden Webseiten, die vom Browser dargestellt werden.-


Man könnte jetzt einwenden, dass das doch nur eine Nuance ist – nebensächlich – doch mit fehlendem Wissen über das Internet, seine Bestandteile, und wie es funktioniert, geht auch mangelder Schutz der eigenen Daten oder leichtes Spiel für Hacker und Abzocker einher – und damit wird die Gefahr, zum gläsernen Bürger zu werden, leichter zur Realität.

Ein Kommentar

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