Internet Basics (8): Web 2.0 – Soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke sind aus dem Nichts in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft gerückt. Warum das so ist und warum nur die großen Fische übrig blieben

Drei Jahre nach der Jahrtausendwende kam ein riesiger Sprung in der Verbreitung des Internets: Soziale Netzwerke, oder anders gesagt: Das Web 2.0

Nun konnten auch gewöhnliche Nutzer im Internet interaktiv werden, Beiträge erstellen, Fotos teilen, mit Freunden chatten, anstatt nur Konsument von Webinhalten zu sein.

Heute muss keine Website mehr entworfen werden, um Bilder mit Gleichgesinnten zu teilen, denn auf den großen sozialen Plattformen hat fast jeder einen Account. Diese Entwicklung nahm seinen Anfang 2003.

Hier kann man sehr gut den rapiden Anstieg an Internetnutzern mit der Einführung von sozialen Netzwerken (ab 2003) erkennen. Vor allem die Nutzerzahlen in Ostasien & der Pazifikregion sind ab 2005 regelrecht explodiert, Afrika hat Aufholpotenzial, kann aber auch seit 2010 jährlich mehr und mehr Internetnutzer verzeichnen. (Quelle: Our World In Data)

Die Frühphase von Sozialen Netzwerken

In der Frühphase gab es bereits einige nennenswerte soziale Netzwerke, die es unter anderem bis heute noch gibt.
• Wikipedia (aus heutiger Sicht kein soziales Netzwerk mehr)
• Friendster
• MySpace

Bei Wikipedia konnten schon 2001 Einträge in 18 verschiedenen Sprachen verfasst werden, was für die damalige Zeit ein Riesenerfolg war.

Ein Jahr später war das Jahr der Gründung von Friendster, das es in den nächsten Jahren bis ganz nach oben schaffen würde. Tatsächlich hatte das Netzwerk bereits nach einem einzigen Quartal drei Millionen registrierte Benutzer, obwohl es damals erst 70 Millionen PCs mit Internetzugang gab. Da der Server von Friendster aber mit steigender Nutzerzahl immer instabiler wurde, liefen viele Benutzer zum neuen Online-Service MySpace über, dessen Erschaffer sich Inspiration bei Friendster nahmen und MySpace dynamischer und stabiler programmierten.

Schon zwei Jahre nach der Gründung von Friendster – 2004 – wurde es von MySpace in den Seitenaufrufen überholt. MySpace wurde 2006 bereits von 100 Millionen Menschen genutzt, das sind über 30 Mal so viele Menschen wie 4 Jahre zuvor von Friendster.

Friendster schaffte es, sich 2011 als Soziale Gaming-Plattform neu am Markt zu positionieren, musste aber 2015 seine Dienste einstellen.

Bei MySpace stand schon von Anfang an eher Musik im Mittelpunkt, weil der Gründer viele berühmte Musiker persönlich kannte und sie auf die Social Media-Seite brachte. Auch heute noch ist das Netzwerk eher unter Musikern verbreitet. Gemeinsam mit dem Musiker Justin Timberlake wurde die Seite 2013 reformiert und hat heute seinen Platz unter Künstlern, spielt aber als soziale Plattform in der breiten Öffentlichkeit kaum mehr eine Rolle.

Startseiten von MySpace (oben im Bild) und Friendster (unten)

Boom und Kampf der Sozialen Netzwerke


2004 wurde das wohl bekannteste soziale Netzwerk, Facebook, gegründet. Entwickelt von Mark Zuckerberg sollte es eine digitale Abbildung des Jahrbuchs der University of Harvard werden.

Die Zahlen beweisen bis heute den anhaltenden Siegeszug der sozialen Netzwerke, viele wurden jedoch flächenweise vor allem vom Marktgiganten Facebook ersetzt oder verdrängt. Das liegt vor allem in der Natur von Sozialen Netzwerken. Man meldet sich dort an, wo die Freunde auch sind. Die meisten sind bei den großen und so werden diese immer größer.

Nutzerzahlen des Facebook-Konzerns (Stand Anfang 2020):
• 2,9 Milliarden Personen benutzen entweder Facebook, Instagram, WhatsApp oder den Messenger, 2,3 Milliarden davon täglich
• Allein europaweit sind 394 Millionen Menschen auf Facebook, 294 Millionen davon täglich

In der Grafik kann man gut den Aufstieg Facebooks ablesen. Wenn man miteinbezieht, dass Facebook mittlerweile WhatsApp und Instagram aufgekauft hat, wird die Monopolstellung noch einmal deutlicher. Alle anderen Sozialen Netzwerke, ausgenommen YouTube, erscheinen verschwindend klein angesichts der Nutzerzahlen von Facebook. Zu den ältesten Social Networks zählen Reddit, YouTube und Myspace, von denen es nur YouTube zu einer breiten Benutzerbasis bringen konnte und MySpace aufgrund des Erfolgs von Facebook praktisch von der Bildfläche verschwunden ist. Beliebte Plattformen bei Jugendlichen wie TikTok oder Snapchat können ältere Generationen nicht als Nutzer gewinnen. Interessant ist auch WeChat, das als Alternative zu WhatsApp, Facebook und Instagram ausschließlich in China Nutzer hat, da dort das Internet von der Regierung streng zensiert wird.

Die Basics des Internets in 8 Teilen. Der neunte steht am Horizont: IoT – Internet of Things – Die Vernetzung von allem mit jedem

Ein Kommentar

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