Das Google-Monopol

Google ist am Alltag von fast jedem Menschen der Welt angekommen und sammelt Daten in unvorstellbarem Ausmaß. Und ja, du kannst etwas dagegen tun

Seit 2002 ist Google durchgehend die Suchmaschine mit den meisten Websites in seinem Index weltweit, und hat das absolute Monopol am Suchmaschinenmarkt.

Abbildung : Suchmaschinenmarktanteile weltweit 2015-2019 [Our World in Data]


Doch diese Macht, den Großteil der Menschen die Antworten zu ihren Fragen zu geben, kann auch missbraucht werden.

Aufgrund der vielen Daten, die Google über die Nutzer sammelt, kann es ein Interessensprofil erstellen. Aufgrund von diesem Interessensprofil wird dem Nutzer exakt auf ihm zugeschnittene Werbung gezeigt, was ein riesiger Vorteil im Vergleich zu herkömmlicher Werbung (Zeitung, Radio) ist. Das ist das Geschäftsmodell von Google – unsere Daten gegen präzise Werbung– und es hat Google zu einem der mächtigsten Konzerne der Welt gemacht.

Bis jetzt hat Google es geschafft, diese sensiblen Daten (so viel wir wissen) nicht so sehr zu missbrauchen, dass die Nutzer die Suchmaschine wechseln. Mit dem Motto „Don’t be evil“ bestätigt Google sogar, dass es die enorme Einflussnahme auf Gesellschaften ausnutzen könnte, es aber nicht tut.

Das Unternehmen hat mit seiner Markmacht die Möglichkeit, die Meinungen von Millionen Menschen, ohne ihr Wissen zu manipulieren, indem es bestimmte Ergebnisse zu seinem Vorteil oder dem Vorteil von Regierungen oder Stakeholdern
hervorheben und andere zurückdrängen kann. Allein die Möglichkeit, dass ein einziger Konzern diese Macht ausnützen könnte, sollte besorgniserregend sein, ist es aber in der Gesellschaft (noch) nicht.

Was du tun kannst

Wenn du zwar nicht willst, dass Google alles über dich erfährt, aber trotzdem weiterhin Google verwenden möchtest, stehen dir ein paar Möglichkeiten zur Verfügung.

Google‘s „Meine Aktivitäten“

Google bietet Einstellungsmöglichkeiten, die verhindern, dass Google all diese Daten von dir sammelt und auswertet, nur ändern die allerwenigsten die Standardeinstellungen, und diese sind natürlich „alle Daten sammeln“.

Unter „Meine Aktivität“ kannst du auswählen, was Google von dir sammelt und ob es dir auf dich zugeschnittene Werbung anzeigen darf.
Es gibt Einstellungen zum:
– Suchverlauf
– Standortverlauf
– YouTube-Verlauf
– personalisierte Werbung

Startseite der Google Aktiviätseinstellungen

Dort kannst du in wenigen Klicks einstellen, dass Google deine Daten nicht mehr sammeln, oder wenigstens nicht für immer speichern darf.

Zu empfehlen sind:

– Web- & App-Aktivitäten ausschalten oder wenigstens „automatische Löschung“ nach 3 Monaten, sodass Google deine Daten nicht auf seinen Servern verewigen kann

– Standortverlauf auf jeden Fall ausschalten, er bringt dir in den allermeisten Fällen keine Vorteile, Google dagegen weiß immer wo du dich aufhältst

– YouTube Verlauf: Je nachdem, wie intensiv du YouTube nützt, kannst du deaktivieren, dass Google die Videos speichert, die du dir angeschaut hast. Wenn du Videos in Playlists speicherst, verwende die Option „Automatisch löschen“ nicht, ansonsten solltest du die Option auswählen.

– Personalisierte Werbung: Solltest du ausschalten, da du nur leichte Unterschiede in deinen Werbeanzeigen spüren wirst (weil Google ja deine vorherigen Aktivitäten nicht vergessen hat), aber du Google damit die Möglichkeit entziehst, mehr Geld durch dich zu verdienen, und wenn das genug Menschen tun, Google doch sein Geschäftsmodell ändern muss.

Better start now than never.

Für den PC: Google-Blocker Add-on

Wenn du im Internet eine Website besuchst, hat ein Großteil dieser Websites Google Analytics. Was ist das?

Google Analytics lässt den Website-Besitzer wissen, wer gerade die Seite besucht. Weil du in den meisten Fällen bei Google angemeldet bist, wenn du eine Seite besuchst, weiß der Besitzer also, woher der Besucher kommt, sein Alter oder ungefähres Alter, Geschlecht, Interessen, politische Einstellung, wie lange du dich auf welcher Seite aufgehalten hast usw…

Für den Laptop oder PC gibt es jedoch eine einfache Möglichkeit, Google auf fast jeder Website zu blockieren: Das DuckDuckGo „Privacy Essentials“ Add-on, das die meisten bekannten Tracker standardmäßig blockiert.

Dabei ändert sich für dich rein gar nichts, lediglich die Seiten-Besitzer wissen all diese Daten nicht mehr über dich und Google bekommt keine Daten über dich von jeder besuchten Website.
Mit nur zwei Klicks ist das Add-on aktiviert und schützt dich von da an auf jeder Website!

DuckDuckGo blockiert standardmäßig tausende Tracker: Hier am Beispiel von chip.de

Die oben genannten Schritte verhindern zwar, dass Google im großen Stil Daten über dich sammeln und speichern kann, aber trotzdem arbeitet Google weiterhin an deinem „Interessensprofil“ und scannt deine Suchanfragen. Das kannst du nur verhindern, indem du die Suchmaschine wechselst. Du wirst überrascht sein, aber viele Suchmaschinen sind gar nicht weit weg von den Google-Ergebnissen.

Einen Schritt weiter

Für Apple iOS

Bei iOS verwenden die meisten den Safari Browser. Als Standard-Suchmaschine ist Google eingestellt. Du kannst das jedoch in nur 3 Klicks ändern:

Für iOS & Android

Die Möglichkeit, die Google überhaupt keinen Zugriff mehr in dein Privatleben gibt, ist, einen sicheren Browser zusätzlich mit einer anderen Suchmaschine zu verwenden. Ein guter Browser für iOS und Android, der Google Analytics und tausende andere Tracker im Internet standardmäßig blockiert, ist DuckDuckGo.


Tipp: Wenn du DuckDuckGo verwendest und einmal doch die Suchergebnisse von Google statt DuckDuckGo brauchst, zum Beispiel wenn du nur kurz bei einem Restaurant in der Nähe anrufen willst, und hier der „Anrufen“-Knopf von Google sehr praktisch ist, kannst du das ganz einfach tun, indem du !g an deiner Suchanfrage anhängst:

Google ist ein mächtiges Monopol geworden. Trotzdem hat jeder von uns die Möglichkeit, mit nur ein paar Klicks diesem Monopol Paroli zu bieten, wie etwa Die Aktivitäten-Einstellungen oder das Tracker Add-on für den PC. Wo Regierungen versagen, Monopole zu zerschlagen, hängt es leider an jeden einzelnen, sich zu schützen.

3 Kommentare

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