Wie 5G funktioniert – ist es gefährlich?

“Die nächste Generation von Mobilfunknetzen wird ein Feuerwerk an neuen Geschäftsideen auslösen: Ob autonome Autos, intelligent vernetzte Haustechnik, smarte Städte, Maschinen im Internet der Dinge, die virtuelle und erweiterte Realität – erst das, was sich hinter dem Kürzel 5G verbirgt, wird diese neuen Technologien aus den Labors der Forscher in den Alltag der Menschen tragen.” – FAZ

Darum gehts

1.Wie funktioniert 5G?
2.Was macht es besser als 4G LTE?
3.Warum ist 5G dann umstritten?
4.Ist Mobilfunkstrahlung also gefährlich?
5.Von gefährlichen und ungefährlichen Strahlungen
6.Fazit – Gefahren sind nicht völlig ausgeschlossen, aber extrem unwahrscheinlich
7.Quellen

Wie funktioniert 5G?

5G bedeutet einfach die fünfte Generation des Mobilfunks. Die erste Version von 5G baut auf heutigen LTE-Netzen auf, führt aber eine neue Art von Funktechnologie ein, die schneller reagiert, Daten schneller überträgt und weniger Strom verbraucht. Die neuen Sendemasten für 5G sind kleiner als ein herkömmlicher Mobilfunk-Zellenturm, müssen aber dadurch viel enger aneinander gereiht werden. Und dann gibt es noch die Begriffe Latenz und Spektrum. Latenz ist die Verzögerung in der Antwort in einem Netzwerk. Sie wird künftig erheblich geringer sein. So gering, dass man fast von “zeitgleich” sprechen kann. Das ist einer der Hauptvorteile von 5G, zusammen mit höheren Geschwindigkeiten. Das Spektrum sind die Frequenzen, die zum Tragen von Mobiltelefonsignalen verwendet werden. 5G verwendet eine breite Palette von Radiowellen, einschließlich höherer Frequenzen, als sie in der Vergangenheit verwendet wurden.

Ein 5G-Sendemodul im Vergleich zum 4G Modul

Was macht es besser als 4G LTE?

  • Erstens: Eine nur noch minimale Verzögerung in der Datenübertragung für Echtzeitanwendungen, im Fachjargon Latenz genannt. Das ist die Zeit von der Anforderung (Senden) eines Datenpakets bis zu dessen Empfang. Die Zielmarke liegt bei einer Millisekunde, so schnell soll das 5G-Netz im besten Fall auf Anfragen reagieren. Zum Vergleich: Selbst bei schnellen Festnetz-Anschlüssen liegt die Latenz derzeit bei mehr als 10 Millisekunden. So wird 5G zum Echtzeit-Internet.
  • Zweitens: Lange Akkulaufzeit durch erheblich geringeren Energieverbrauch für den Empfang.
  • Drittens: Hohe Übertragungsgeschwindigkeiten für die Anzeige hochauflösender Videos und die Übertragung riesiger Datenmengen.

-FAZ

Warum ist 5G dann umstritten?

Seit die ersten Handys und Smartphones die Hosentaschen erobert haben, gibt es auch Diskussionen darüber, welchen Effekt die Mobilfunkstrahlung auf den Menschen hat. Mittlerweile gibt es dazu schon zahlreiche Studien. Doch was sagen sie über die Effekte von 5G?

Bisher lagen die Frequenzen für das Mobilfunknetz bei weniger als 2,6 Gigahertz (GHz). Für das 5G-Netz geht es nun hauptsächlich um Frequenzen von 2 bis 3,7 Gigahertz, perspektivisch sogar um bis zu 60 Gigahertz (in Zukunft, siehe Grafik “Electromagnetive Spectrum”). Dabei gilt: Je höher die Frequenz, desto geringer die Reichweite. Für das 5G-Netz braucht es daher viel mehr Sendemasten, um dasselbe Gebiet abzudecken.

Und nicht nur das: Bislang sind viele Sendemasten an Türmen oder auf Dächern montiert. Die neuen 5G-Sendestationen aber lassen sich in kleinen Kästen praktisch überall montieren. Heißt also auch: Man kommt ihnen viel näher, wenn sie an Laternen, Bushaltestellen oder Wänden montiert werden. Und bekommt auch mehr Strahlung ab.

Ist Mobilfunkstrahlung also gefährlich?

“Tatsächlich entsteht bei Mobilfunkübertragungen – völlig unabhängig vom Standard – eine elektromagnetische, nicht-ionisierende Strahlung”

Entgegen der landläufigen Meinung ist die Wirkung von Funkstrahlen auf den Menschen aber bereits relativ gut erforscht. Eine gesundheitsschädliche Wirkung konnte bei Einhaltung der geltenden Grenzwerte dabei bislang nicht festgestellt werden. Laut Prof. Peter Kröling von der Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften konnte in mehreren Studien auch kein Nachweis dafür erbracht werden, dass Mobilfunkstrahlung für Krankheitsbilder bis hin zu Krebserkrankungen verantwortlich ist.

Übliche Sendemasten für den Mobilfunk werden allgemein nicht als Gesundheitsrisiko angesehen. Die elektromagnetische Strahlung nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab. Insofern ist die aufgenommene Strahlung vom Handy wegen der Entfernung in der Regel höher ist als die von Handymasten – für die es festgelegte Sicherheitsabstände gibt.

Je mehr Handymasten senden (und das ist beim 5G-Netz der Fall, siehe zweiter Absatz), desto weniger stark müssen ihre Signale sein. Gleiches gilt für das Handy selbst, dessen Empfang maßgeblich beeinflusst, wie viel Sendeleistung das Handy bereitstellen muss. Je schlechter der Empfang, desto größer die mögliche Strahlenbelastung. Heißt: Mit mehr Handymasten kann die durchschnittliche Belastung daher sogar niedriger sein.

Von gefährlichen und ungefährlichen Strahlungen

Grundsätzlich sind wir auf der Erde ständig von verschiedensten Strahlungen umgeben. Die meisten davon sind vollkommen ungefährlich. Einige, und dazu zählt unter anderem auch die UV-Strahlung der Sonne, können jedoch eine schädliche Wirkung haben. Oft ist es eine Frage der Menge und Intensität. Manche Strahlungsarten, etwa Gammastrahlen, sind schon in geringen Mengen äußerst schädlich.

Ganz allgemein gilt: Je größer die Wellenlänge, desto energieärmer ist die Strahlung und desto ungefährlicher für den Menschen. Eine hohe Wellenlänge äußert sich grundsätzlich in einer geringen Hertz-Zahl. Gleichzeitig bedeutet eine hohe Wellenlänge, dass sich Signale oder Energie von einem Standort über eine größere Fläche verteilen lassen.

Zurzeit stehen kurzwelligere Frequenzbänder im Gigahertz-Bereich (vor allem 2 GHz und 3,6 GHz) zur Disposition. Die Strahlung auf diesen Frequenzen wäre sehr viel kurzwelliger, was von Kritikern als potenzielle Gefahr für die Gesundheit angesehen wird. Zudem hätten derart kurzwellige Signale den Nachteil, dass wesentlich mehr Funkmasten als bisher benötigt würden, um einen flächendeckenden Ausbau des Netzes zu realisieren. Allein die Deutsche Telekom plant deshalb für den 5G-Netzausbau rund 20.000 neue Antennen in Deutschland.

Es sind vor allem diese beiden Punkte – die kurzwelligen Übertragungen und die Zunahme der Sendemasten – die Kritiker als mögliche Gefahren von 5G ausgemacht haben. Hierzu sei allerdings anzumerken, dass auch das heimische WLAN in hochfrequenten Bereichen von 2,4 GHz und 5 GHz übertragen wird, und es bislang keine belastbaren Studien gibt, die daraus eine gesundheitsschädliche Wirkung ableiten. Das heißt, das wir mit unseren WLANs im eigenen Haus bereits der gleichen Strahlungsfrequenz ausgesetzt sind wie im extremsten Fall der 5G-Frequenzbänder.

5G im elektromagnetischen Spektrum: Stärker als 4G, schwächer als das häusliche WLAN, am rechten Ende des Sprektrums UV-Strahlung der Sonne und die erwähten Gammastrahlen

Fazit – Gefahren sind nicht völlig ausgeschlossen, aber extrem unwahrscheinlich

Nimmt man den bisherigen Forschungsstand zu Mobilfunkstrahlen und ihren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zur Grundlage, so gibt es bislang keinen Nachweis einer gesundheitsschädlichen Wirkung – zumindest nicht bei Einhaltung der bisher geltenden Grenzwerte. Da diese Grenzwerte bei 5G auch weiterhin gelten, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich durch 5G daran etwas ändert.

Richtig ist allerdings auch, dass 5G-Netze bislang noch nicht im Einsatz sind und auf dieser Basis daher keine Studien erstellt werden konnten. Ob sich durch das flächendeckende Ausrollen von 5G also gesundheitsschädliche Effekte nachweisen lassen, wird man zweifelsfrei wohl erst in einigen Jahren sagen können.

Auf Basis der bisherigen Kenntnisse von Mobilfunkstrahlen und deren Auswirkungen sind Ängste oder Panik jedoch vollkommen unangebracht, denn bislang deutet nichts darauf hin, dass von der Einführung der 5G-Technik eine Gefahr für die Gesundheit ausgeht.

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